Beobachten. Staunen. Verstehen.

Einblicke in die Natur.

Persönliche Erfahrungen und Beobachtungen aus Wald, Wildnis und unserer nächsten Umgebung.

Naturbeobachtung beginnt mit Neugier. Diese Berichte von Reinhard und Martina Leeb erzählen von Erfahrungen im Wildnisgebiet, Entdeckungen vor der Haustür und Begegnungen im Mostviertel. Sie zeigen, wie aus aufmerksamem Hinsehen neue Fragen und ein tieferes Verständnis entstehen.

01 / RÜCKBLICK AUS DER PRAXIS

Wildnis verstehen – zwischen Steinbachtal und Lassingtal

Wie verändert sich ein Wald, wenn natürliche Abläufe wieder mehr Raum bekommen? Diese Frage begleitete eine Exkursion vom Steinbachtal ins Lassingtal, an der Martina und ich teilnahmen. Die Leitung hatte Maria von Rochow von der Wildnisgebietsverwaltung; ich unterstützte sie als Guide.

Wandergruppe auf einem grünen Hang beim Aufstieg aus dem Steinbachtal.
Aufstieg aus dem Steinbachtal zum Tremelsteig, Juni 2021.Foto: © Reinhard Leeb
Mehrere Zunderschwämme wachsen am Stamm einer abgestorbenen Buche.
Totholz als Lebensraum: Zunderschwämme an einer Buche.Foto: © Reinhard Leeb

Während Maria Waldgesellschaften und die Entwicklung ehemaliger Forstflächen erklärte, konnte ich auf besondere Pflanzen aufmerksam machen. Orchideen, Tollkirsche, Fingerhut und weißer Germer gaben Anlass, genauer hinzusehen und über Merkmale, Namen und ökologische Zusammenhänge zu sprechen.

Gerade das Zusammenspiel verschiedener Perspektiven macht Naturvermittlung lebendig: Aus einzelnen Beobachtungen entsteht ein Verständnis für den Lebensraum. Die damalige Wanderung war anspruchsvoll und führte über mehrere ausgesetzte Passagen. Dieser Rückblick beschreibt unsere Erfahrungen; aktuelle Exkursionsmöglichkeiten erfahren Sie beim Wildnisgebiet.

Ein früherer Blick auf die Pflanzenwelt

Bereits 2020 nahmen Martina und ich an einer botanischen Exkursion unter der Leitung von Werner Gamerith teil. Werner machte uns auf Orchideen und weitere besondere Pflanzen aufmerksam. Ziel und Wendepunkt der Exkursion war der Noten. Die Begegnung mit einem erfahrenen Kenner des Gebietes zeigte, wie sehr ein geschulter Blick die Wahrnehmung einer Landschaft vertiefen kann. Wir waren bei dieser Führung als Teilnehmende dabei.

Wildnisgebiet als Vermittlungsort →
02 / BEOBACHTUNGEN VON MARTINA

Wildbienen vor der Haustür

Manchmal beginnt eine Entdeckungsreise am eigenen Balkon. Im Frühjahr 2020 begann Martina, Insekten am blühenden Thymian und an einer Nisthilfe zu fotografieren. Aus den ersten Aufnahmen wurde eine intensive Beschäftigung mit Wildbienen.

An einem Nistholzblock entdeckte sie neben Wildbienen auch eine Erzwespe. Diese Begegnung weckte Fragen nach den Beziehungen zwischen den verschiedenen Bewohnern. Gemeinsam mit Reinhard und ihrem Sohn Alexander besuchte Martina einen Hummelbestimmungskurs am Biologiezentrum Linz. Die Geschichte zeigt, wie viel sich entdecken lässt, wenn man einem kleinen Ausschnitt der Natur wiederholt Aufmerksamkeit schenkt.

Eine Steinhummel fliegt die rosa Blüten des Thymians auf dem Balkon an.
Eine Steinhummel am blühenden Thymian – Naturbeobachtung am Balkon.Foto: © Martina Leeb
Eine Wildbiene am Eingang eines Bohrlochs, rechts daneben eine kleine Erzwespe.
Wildbiene und Erzwespe am Nistholz: Kleine Begegnungen werfen große Fragen auf.Foto: © Martina Leeb

Auch auf einem Schulspielplatz entstand eine kleine Entdeckungsreise: Dort waren bodennistende Bienen aufgefallen. Aus Sorge und Unsicherheit wurden genauere Beobachtungen, eine Bestimmung mit fachlicher Unterstützung und Informationen für Gemeinde und Schule. Das ist ein anschaulicher Zugang zu Naturbildung im Alltag.

Für den eigenen Einstieg lohnt es sich, aus Abstand zu beobachten: Welche Blüten werden besucht? Wo verschwinden die Tiere? Was verändert sich im Tagesverlauf? Bestimmungsfragen können anschließend gemeinsam geklärt werden.

Natur beobachten im Workshop →
03 / BEOBACHTUNGEN AUS DEM SOMMER 2020

Natur im Mostviertel entdecken – am Donau-Altarm Wallsee

Auch abseits der Bergwälder gibt es im Mostviertel viel zu entdecken. Im Sommer 2020 führte ein Rundgang Martina und Reinhard an den Donau-Altarm bei Wallsee-Sindelburg. Auwald und Wasser prägen diese Umgebung.

Eine Plattbauchlibelle ruht mit ausgebreiteten Flügeln auf steinigem Boden.
Plattbauchlibelle beim Rundgang am Donau-Altarm, Sommer 2020.Foto: © Martina Leeb
Ein Großes Ochsenauge sitzt zwischen Grashalmen auf einer Blüte.
Ein Großes Ochsenauge zwischen den Gräsern bei Wallsee.Foto: © Martina Leeb

Beim damaligen Rundgang beobachteten wir unter anderem einen Eisvogel, einen Trauermantel und einen Rehbock. Von diesen Begegnungen gelangen uns keine Fotobelege. Auch solche flüchtigen Beobachtungen gehören zum Draußensein: Nicht jede Begegnung lässt sich festhalten, und manches bleibt als Erinnerung an einen besonderen Moment.

Solche Aufzeichnungen sind Momentaufnahmen: Sie bewahren, was an einem bestimmten Tag aufgefallen ist. Bei einem weiteren Besuch können ganz andere Begegnungen im Mittelpunkt stehen. Für die Naturvermittlung ist gerade dieser offene Blick wertvoll.

Der Beitrag ist ein historischer Beobachtungsbericht. Er kündigt keine buchbare Führung in Wallsee an und enthält keine aktualisierten Angaben zu Wegen oder Zugänglichkeit.

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